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Safran für mehr Sexdrive und erhöhte Fettverbrennung?

Richard Staudner
Richard Staudner

The Optimizer

Wie wirkungsvoll Safran auf unsere mentale Gesundheit und unsere Schlafqualität sein kann, haben wir bereits in einem vorangegangenen Beitrag besprochen. Heute möchten wir uns ansehen, wie Safran auf unseren Stoffwechsel und unseren Hormonhaushalt wirkt. Die Gerüchte rund um die Steigerung der Libido und Fettverbrennung sind zu verlockend, um sich nicht mit diesem Thema zu beschäftigen.

Hilft Safran beim Abnehmen?

Große Metaanalysen verglichen die Ergebnisse einzelner Studien und kamen zum Ergebnis, dass unser Körpergewicht oder der BMI (Body-Mass-Index) durch Safran nicht vermindert werden. Interessanterweise aber vermutlich der Bauchumfang, beziehungsweise das Verhältnis von Bauchumfang zu Hüftumfang. Das sind besonders wichtige gesundheitliche Parameter, insbesondere bei Menschen mit Adipositas. Ein hoher Bauchumfang stellt nämlich ein Risiko für metabolische Erkrankungen (etwa Diabetes, Atherosklerose, etc.) dar.

Safran als Treibstoff für unseren Stoffwechsel?

Auch andere Marker für einen gesunden Stoffwechsel könnten beeinflusst werden, wie zum Beispiel die Blutfettwerte. Allerdings sind sich die Studien hier nicht einig. Insbesondere die 2022 erschienene und damit neueste Metaanalyse zeigt uns, dass hier meist keine relevante Veränderung stattfindet. Ältere Metaanalysen sahen vereinzelt bei Triglyceriden, Cholesterin oder HDL eine Verbesserung. Genauso verhält es sich beim Blutdruck. Einige sagen: Ja, er wird reduziert, andere wiederum nein. Schließlich scheint der Effekt, selbst wenn er da ist, so gering, dass er in der Praxis vielleicht nicht relevant ist oder es für diese Probleme wirkungsvollere Maßnahmen gibt. Wie beispielsweise Fasten.

In Bezug auf Diabetes wurden immer wieder Theorien aufgestellt, allerdings sind hier die meisten Studien noch Tierversuche. Der Langzeit-Glukosewert HbA1c kann jedenfalls nicht beeinflusst werden, der Nüchternblutzucker vermutlich auch nicht, eventuell bei einer längeren Einnahmedauer, wird gemutmaßt. Allgemein brauchen wir einfach noch mehr Studien an diesem Punkt.

Der Einfluss auf die Leber wurde auch untersucht. Erhöhte Leberenzyme sprechen für eine geschädigte Leber, etwa durch eine Entzündung. Es bestehen Vermutungen, Safran könnte diese reduzieren, andere Metaanalysen widerlegen das aber leider. Spannend ist die genaue Aufschlüsselung der einzelnen Studien von Mousavi et al. 2022. Diese zeigt uns, dass bei manchen Studien die Leberwerte verbessert, bei manchen nicht beeinflusst und bei manchen sogar stark verschlechtert wurden! Je nachdem, welche Studien in den Metaanalysen dann zusammengerechnet werden, können sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen und die Menschen scheinen sehr unterschiedlich zu reagieren. Ja willkommen in der Wissenschaft!

Einzelne Zusammenfassungen erwähnen auch positive Effekte auf Augen, Rheuma, Krebs oder Nieren. Allerdings fehlen hier echt noch die Daten, um endgültige Schlüsse ziehen zu können. Vielmehr laden diese Ergebnisse zum Forschen ein.

Sexual Health

Safran gilt traditionell als Potenzmittel und das wurde auch untersucht. Für Männer sagen die Ergebnisse: Safran kann die Befriedigung erhöhen und bei erektiler Dysfunktion helfen, jedoch nicht bei der geistigen Erregung und vermutlich auch nicht bei Lust und Orgasmus. Bei Frauen kann Safran Schmerzen reduzieren, Erregung und Lubrikation erhöhen, auch hier besteht aber kein Zusammenhang mit den Orgasmen. Wieso Safran hier hilft, ist noch nicht geklärt.

Bei Frauen soll laut 2 ersten Studien auch eine Abhilfe bei Beschwerden durch PMS möglich sein. Auch hier braucht es weitere Ergebnisse.

Wie wirkt Safran?

Wir wissen mittlerweile aus Studien, dass Safran antioxidativ wirkt. Oxidative Stoffe greifen unter anderem die Fette in unserem Körper an. Wie wir wissen, sind unsere Fette sehr wichtig, insbesondere solche, die Zellwände ausmachen, die wir auch in den Mitochondrien brauchen. Safransupplementation schützt vor der Schädigung dieser Lipide (erkennbar am Marker “MDA”). Außerdem kann auch die gesamte antioxidative Kapazität (TAC) verbessert werden. Das spricht für den Zustand, in dem sich der Körper befindet. Eine hohe antioxidative Kapazität bedeutet, dass der Körper gut gewappnet ist für oxidative Prozesse und somit vor Zellschäden.

Dosierung

Es werden in Studien für körperliche Beschwerden eine Dosierungen von 100mg/Tag beschrieben. Hier sei die Wirkung besser als bei 30 mg/Tag. Allgemein gilt Safran bis zu Dosierungen von 1.5g/Tag als sicher, erst ab 5g täglich treten schädliche Effekte auf. Es ist leider noch nicht gut untersucht, wie sich Safran gemeinsam mit anderen Medikamenten oder Supplements verhält und auch die Langzeitwirkungen sind noch nicht tiefgründig untersucht. Nicht zuletzt braucht es Präparate mit einheitlichem und standardisiertem Wirkstoffgehalt.

Es werden übrigens auch immer wieder leichte Nebenwirkungen beschrieben, die insbesondere bei der Einnahme für mentale Gesundheit untersucht wurden. Dazu findest du im Blogbeitrag “Safran und seine Wirkung auf unsere mentale Gesundheit” mehr.

Achtung!

Trotz allem gilt eines bei all den Studien zu beachten: Die meisten, beinahe alle Studien wurden in Iran durchgeführt. Wir wünschen uns bei Studien immer eine möglichst diverse Population, damit wir die Ergebnisse auf möglichst viele Menschen übertragen können. Wir wissen mittlerweile, dass Menschen mit verschiedenen ethnischen Hintergründen auch biologisch unterschiedlich aufgestellt sind. Deshalb wünschen wir uns sehr, dass diese hier beschriebenen Wirkungen von Safran auch in anderen Teilen der Welt untersucht werden!

Fazit

Wir fassen zusammen: Safran kann dabei helfen, den Taillenumfang zu verringern, beim Abnehmen scheint es nicht zu helfen. Auch bei Diabetes, Blutfettwerten, Leberwerten und Nieren sind sich die Forscher:innen nicht einig. Was sich allerdings zeigt, ist, dass Safran bei erektiler Dysfunktion bei Männern und sexuellen Dysfunktionen bei Frauen, wie etwa Lubrikation oder Schmerz helfen könnte. Es bräuchte aber noch mehr Studien, vor allem Langzeitstudien und internationale Untersuchungen. Diesen Artikel findest du auch als Podcast im “Rich Headroom“!

Gewürzte Grüße 🙂

Richard Staudner
The Optimizer

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