Longevity Dos and Don’ts 2026: 5 Dinge, die du tun solltest – und 5, die du lieber lässt 

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Richard Staudner

Der Optimizer

Viele Leute suchen in der Longevity Szene nach dem Jungbrunnen: teure Pillen, spezielle Diäten oder neueste Therapien. Dabei sind es oft ganz banale Dinge, die deine Gesundheit und Lebensdauer langfristig prägen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass du mit einfachen Gewohnheiten viel erreichen kannst – und bestimmte Experimente lieber sein lassen solltest.
Gerade 2026, wo immer mehr Trends durch soziale Medien gejagt werden, lohnt sich ein nüchterner Blick darauf, was wirklich hilft – und was eher schadet.

Hier kommen meine fünf Longevity Dos und Don’ts für das Jahr 2026.

Lasst uns mit den DON’Ts starten:

DON’T 1: Nicht jeden Biohacking- und Gesundheitstrend mitmachen

Biohacking lebt von Neugier – aber genau darin liegt auch eine Gefahr. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass neue Gesundheits- und Longevity-Trends durch Podcasts, soziale Medien und Konferenzen gejagt werden. Neue Diäten, neue Supplements, neue Protokolle, oft präsentiert mit dem Versprechen, alles bisher Dagewesene zu übertreffen.

Das Problem: Nicht jeder Trend ist für jeden sinnvoll. Viele dieser Ansätze basieren auf sehr frühen Studien, Tierversuchen oder Einzelbeobachtungen. Was unter Laborbedingungen oder bei einer kleinen, sehr speziellen Gruppe funktioniert, lässt sich nicht automatisch auf den Alltag übertragen.

Hinzu kommt, dass ständiges Wechseln von Protokollen selbst zu Stress wird. Der Körper braucht Zeit, um sich anzupassen. Wer alle paar Wochen Ernährung, Supplements, Trainingsformen oder Schlafroutinen umstellt, gibt dem Organismus keine stabile Grundlage. Statt Optimierung entsteht Unruhe – biologisch wie mental.

Ein guter Richtwert im Biohacking lautet daher: Verstehen schlägt Mitmachen. Bevor du einen Trend ausprobierst, lohnt sich die Frage: Passt das zu meinem aktuellen Lebensstil, meinem Stresslevel, meinem Geschlecht, meinem Alter und meinem Ziel? Und gibt es messbare Daten oder zumindest eine plausible biologische Erklärung?

Biohacking ist kein Wettrennen und keine Checkliste. Es ist ein langfristiger Prozess, der von Klarheit, Geduld und Individualität lebt. Nicht alles, was gerade gehypt wird, bringt dich weiter – manches bringt dich schlicht vom Wesentlichen weg.

DON’T 2: Die Grundlagen vernachlässigen

Ein häufiger Fehler im Biohacking: Hightech-Hacks bekommen die volle Aufmerksamkeit, während die Grundlagen zur Nebensache werden. Neue Gadgets, spezielle Protokolle oder ausgefeilte Routinen wirken spannend – aber sie bringen wenig, wenn die Basis nicht stimmt.

Dabei ist die Studienlage eindeutig. Große Metaanalysen zeigen, dass klassische Lebensstilfaktoren den mit Abstand größten Einfluss auf langfristige Gesundheit und Lebenserwartung haben. Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen [6]. Diese Faktoren wirken nicht spektakulär, greifen aber tief in zentrale biologische Prozesse ein: Entzündungen werden reduziert, der Stoffwechsel stabilisiert sich, das Herz-Kreislauf-System bleibt belastbar.

Besonders unterschätzt wird dabei die Rolle der Mikronährstoffe. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind keine „Extras“, sondern Grundbausteine. Sie steuern Enzyme, Hormonprozesse, das Immunsystem und die Energiegewinnung in den Zellen. Fehlen sie, läuft der Körper auf Sparflamme – egal wie ausgefeilt das Biohacking-Protokoll ist.

Typische Beispiele sind Vitamin D, Magnesium, Eisen, Jod oder B-Vitamine. Schon leichte Defizite können sich in Müdigkeit, schlechter Regeneration, Infektanfälligkeit oder Konzentrationsproblemen zeigen. Wichtig ist dabei: Es geht nicht um blindes Supplementieren, sondern darum, Lücken gezielt zu erkennen und zu schließen – idealerweise auf Basis von Blutwerten.

Biohacking funktioniert deshalb nicht als Abkürzung. Es ist kein Ersatz für Bewegung, Schlaf oder Nährstoffversorgung, sondern ein Feintuning auf einem stabilen Fundament. Oder anders gesagt: Die Base ist die Base ist die Base!
Erst wenn diese Basics stimmen, entfalten gezielte Optimierungen überhaupt ihren Effekt – vorher verpuffen sie oder erzeugen evtl. sogar unnötigen Stress für den Körper.

DON’T 3: Übertreibung nach dem Motto „viel hilft viel“

Ein zentraler Irrtum im Biohacking ist die Annahme, dass stärkere Reize automatisch bessere Ergebnisse bringen. In der Praxis gilt fast immer das Gegenteil: Mehr ist nicht mehr. Jenseits eines bestimmten Punktes kippt Nutzen in Belastung.

Typische Beispiele dafür sind übertriebenes Fasten und unkontrolliertes Supplementieren. Zeitlich stark eingeschränktes Essen oder mehrtägige Fastenphasen können kurzfristig Effekte zeigen, erhöhen bei falscher Anwendung jedoch den physiologischen Stress. Langfristig kann das zu Energieverlust, hormonellen Dysbalancen und einer Verschlechterung der Herz-Kreislauf-Gesundheit führen. Was als „Reset“ gedacht ist, wird dann zum Dauerstress für den Organismus.

Ähnlich verhält es sich mit Nahrungsergänzungsmitteln. Hochdosierte Supplements ohne vorherige Tests oder medizinische Abklärung sind häufig unnötig und können im Extremfall sogar schaden. Sinnvoll ist Supplementierung dann, wenn ein echter Mangel besteht – nicht als pauschale Absicherung nach dem Prinzip „lieber zu viel als zu wenig“.

Dasselbe Muster zeigt sich bei extremen Biohacks. Kältereize wie Eisbäder sind im Trend – und kontrolliert eingesetzt können sie tatsächlich positive Effekte haben. Schon wenige Minuten kaltes Wasser pro Woche reichen aus, um Anpassungsprozesse anzustoßen, etwa im Stoffwechsel oder im Nervensystem. Problematisch wird es, wenn Intensität und Dauer immer weiter gesteigert werden.

Kälte ist Stress für den Körper. Zu lange oder zu häufige Eisbäder versetzen ihn in einen dauerhaften Alarmzustand. Besonders Frauen reagieren sensibler auf extreme Kältereize: Studien zeigen, dass starke Kälte bei ihnen schneller zu erhöhten Cortisolspiegeln führen kann, was den Hormonhaushalt und die Regeneration beeinträchtigt (lest dazu gerne meinen Artikel Biohacking für Frauen: Gesunder Stress durch Hitze und Kälte). Die Faustregel lautet deshalb: kurz, gezielt und mit ausreichend Erholung danach – nicht nach dem Motto „je extremer, desto besser“.

Das gilt auch für andere Trends: extreme Sauerstoffanwendungen, radikale Selbstexperimente oder ungetestete Protokolle erzeugen oft mehr Unsicherheit als Nutzen. Biohacking sollte den Körper unterstützen – nicht ihn dauerhaft in Ausnahmesituationen bringen.

DON’T 4: Nicht alles gleichzeitig ausprobieren

Ein häufiger Fehler im Biohacking ist, zu viele Veränderungen auf einmal einzuführen. Neue Supplements, neue Ernährungsform, neues Trainingsprotokoll, neue Schlafroutine – alles parallel, am besten innerhalb weniger Tage. Die Motivation dahinter ist verständlich, das Ergebnis aber meist ernüchternd.

Der Grund ist simpel: Wenn du mehrere Dinge gleichzeitig änderst, kannst du nicht mehr erkennen, was tatsächlich wirkt. Verbesserungen oder Verschlechterungen lassen sich keiner Maßnahme eindeutig zuordnen. War es das neue Supplement? Der veränderte Schlaf? Das Training? Oder einfach eine ruhigere Woche?

Der Körper reagiert auf Veränderungen nicht sofort, sondern oft zeitverzögert. Viele Effekte zeigen sich erst nach Tagen oder Wochen. Wer in dieser Zeit ständig neue Reize setzt, überlagert die Signale des Körpers. Biohacking wird dann zu einem Ratespiel und der Lernerfolg bleibt aus. 

Sinnvoller ist ein schrittweises Vorgehen: eine Veränderung nach der anderen, mit ausreichend Zeit zur Beobachtung. So entsteht Klarheit darüber, was dir persönlich gut tut – und was nicht. Biohacking ist kein Experiment mit vielen Variablen gleichzeitig, sondern eher ein Prozess des bewussten Testens und Anpassens.

Geduld ist dabei kein Rückschritt, sondern ein zentraler Teil von nachhaltiger Optimierung.  

DON’T 5: Jede Körperreaktion als Krankheit interpretieren – Angst ist ein schlechter Begleiter

Wer sich intensiv mit Gesundheit, Biohacking und Longevity beschäftigt, achtet zwangsläufig stärker auf den eigenen Körper. Das ist grundsätzlich sinnvoll – kann aber kippen. Ein häufiger, unterschätzter Fehler ist, jede Veränderung sofort als Problem zu deuten: ein schlechter Schlaf, ein erhöhter Puls, ein Tag mit wenig Energie, die HRV ist zu niedrig etc.  Schnell entsteht die Sorge, etwas stimme nicht.

Der menschliche Körper ist allerdings kein statisches System. Schwankungen gehören zur Biologie. Hormone, Energielevel, Schlafqualität oder Verdauung verändern sich täglich – abhängig von Stress, Bewegung, Ernährung, Zyklus, Emotionen oder einfach dem Leben selbst. Nicht jede Abweichung ist ein Warnsignal, viele sind normale Anpassungsreaktionen.

Problematisch wird es, wenn aus Aufmerksamkeit ständige Alarmbereitschaft wird. Angst aktiviert das Stresssystem – und genau das verschlechtert Schlaf, Regeneration, Hormonbalance und Immunsystem. Wer jede Körperreaktion pathologisiert, erzeugt oft genau die Symptome, die er eigentlich vermeiden möchte.

Biohacking sollte Orientierung geben und nicht Angst machen.

Daten, Körperwahrnehmung und Selbstbeobachtung sind Werkzeuge – keine Richter. Entscheidend ist der Trend über Zeit, nicht der einzelne Ausreißer. Ein ruhiger, wohlwollender Blick auf den eigenen Körper ist langfristig deutlich gesünder als permanente Selbstkontrolle.

Kurz gesagt: Angst ist kein guter Begleiter für Gesundheit. Vertrauen, Geduld und Gelassenheit sind oft wirksamere Biohacks als jede Messung. Der Körper ist robust, lernfähig und darauf ausgelegt, mit Schwankungen umzugehen – wenn man ihn lässt.

Kommen wir jetzt zu den DOs, die Strategien, die du 2026 auf jeden Fall aus dem Schirm haben solltest!

DO 1: Stress reduzieren – der wichtigste Biohack überhaupt

Chronischer Stress ist einer der am besten belegten Beschleuniger von Alterungsprozessen. Wenn dein Körper dauerhaft Stress wahrnimmt, schüttet er vermehrt das Hormon Cortisol aus. Cortisol ist grundsätzlich nichts Schlechtes: Es hilft kurzfristig, Energie zu mobilisieren, wach zu bleiben und auf Herausforderungen zu reagieren. Problematisch wird es, wenn dieses System nicht mehr abschaltet.

Bleibt Cortisol über längere Zeit erhöht, verändert sich die innere Balance des Körpers. Entzündungsprozesse nehmen zu, das Immunsystem wird geschwächt, Schlaf und Regeneration verschlechtern sich. Auf zellulärer Ebene stehen chronisch erhöhte Stresshormone mit beschleunigten Alterungsprozessen in Verbindung – der Körper investiert dann weniger in Reparatur und Erneuerung und mehr in reines Durchhalten.

Stressreduktion bedeutet dabei nicht, ein komplett stressfreies Leben anzustreben. Das wäre weder realistisch noch sinnvoll. Entscheidend ist, wie gut dein Nervensystem zwischen Anspannung und Entspannung wechseln kann. Ein gesundes System reagiert auf Stress – und findet danach wieder in den Ruhemodus zurück.

Genau hier setzen einfache, aber wirksame Maßnahmen an: bewusste Pausen im Alltag, moderate Bewegung, Spaziergänge,  Atemübungen, Zeit ohne permanente Reizüberflutung durch Bildschirme oder Benachrichtigungen, sowie klare Grenzen zwischen Arbeit und Erholung. Diese Dinge wirken nicht spektakulär, signalisieren dem Körper aber regelmäßig: Gefahr vorbei, Regeneration erlaubt.

Viele Biohacks funktionieren nur dann sinnvoll, wenn dieser Punkt stimmt. Wer dauerhaft gestresst ist, optimiert nicht – der Körper schaltet auf Schadensbegrenzung. In diesem Zustand werden Anpassungsprozesse gedrosselt, Hormonsysteme geraten aus dem Gleichgewicht und langfristige Gesundheit rückt in den Hintergrund.

Stress zu reduzieren ist deshalb kein Wellness-Thema, sondern eine biologische Voraussetzung für gesundes Altern. Erst wenn der Körper sich sicher fühlt, investiert er wieder in Reparatur, Stabilität und Leistungsfähigkeit. Genau darin liegt die eigentliche Kraft dieses Biohacks. Falls du tiefer in das Thema Stress und Entspannung einsteigen willst – ich habe dazu ein ganzes Buch geschrieben. “Drück mal Pause” – findest du auf Amazon.

DO 2: Positives Mindset und Dankbarkeit kultivieren!

Wie du denkst, beeinflusst, wie dein Körper altert. Das klingt zunächst abstrakt, ist aber gut untersucht. Ein dauerhaft negatives, sorgengeprägtes Mindset hält das Stresssystem aktiv – mit messbaren Folgen für Entzündungsprozesse, das Immunsystem und die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Umgekehrt zeigen Studien, dass Menschen mit einer grundsätzlich positiven inneren Haltung länger leben und gesünder altern.

Ein besonders wirkungsvoller Aspekt dabei ist Dankbarkeit. Dankbarkeit bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren oder alles schönzureden. Sie beschreibt vielmehr die Fähigkeit, den Fokus regelmäßig auf das zu lenken, was bereits vorhanden und gut ist. Studien zeigen, dass Dankbarkeit mit niedrigeren Stresshormonspiegeln, besserem Schlaf, weniger depressiven Symptomen und einer verbesserten Herzgesundheit verbunden ist.

Auf biologischer Ebene wirkt Dankbarkeit beruhigend auf das Nervensystem. Sie aktiviert den parasympathischen Anteil – also den Teil, der für Regeneration, Verdauung und Heilung zuständig ist. Gleichzeitig werden Stressreaktionen abgeschwächt, Entzündungsmarker reduziert und die emotionale Resilienz gestärkt. All das sind Prozesse, die langfristig relevant für gesundes Altern sind.

Das Gute daran: Dankbarkeit ist trainierbar. Schon einfache Routinen können wirken – etwa abends kurz drei Dinge aufzuschreiben, die an diesem Tag gut waren, oder sich bewusst Zeit für Wertschätzung gegenüber anderen zu nehmen. Diese kleinen mentalen „Umschaltungen“ haben über die Zeit eine erstaunlich große Wirkung.

Ein positives Mindset und gelebte Dankbarkeit sind damit keine esoterischen Konzepte, sondern biologisch wirksame Werkzeuge, um Stress zu reduzieren, emotionale Stabilität zu fördern und die Voraussetzungen für ein langes, gesundes Leben zu verbessern.

DO 3: Soziale Kontakte pflegen – Nähe als biologischer Schutzfaktor

Gesundheit ist nicht nur biochemisch. Große Langzeitstudien zeigen sehr deutlich, dass soziale Verbundenheit einen starken Einfluss auf Lebensdauer und Krankheitsrisiko hat. Menschen mit stabilen sozialen Beziehungen leben signifikant länger als sozial isolierte Menschen. Chronische Einsamkeit erhöht dagegen das Risiko für Erkrankungen und einen frühen Tod erheblich – laut einem Bericht der US-Gesundheitsbehörde kann mangelnde soziale Verbundenheit die Lebensdauer in einer Größenordnung verkürzen, die mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen vergleichbar ist.

Der Grund dafür liegt nicht nur im psychischen Wohlbefinden, sondern in klar messbaren biologischen Effekten. Soziale Nähe wirkt regulierend auf das Stresssystem. Gute Gespräche, echte Verbindung und das Gefühl, gesehen und eingebunden zu sein, senken Stresshormone wie Cortisol, stabilisieren das Nervensystem und wirken entzündungshemmend. Der Körper interpretiert soziale Sicherheit ganz konkret als Signal von Stabilität.

Umgekehrt bedeutet dauerhafte soziale Isolation für den Organismus Stress. Einsamkeit geht mit erhöhten Entzündungswerten, schlechterem Schlaf, einer höheren Infektanfälligkeit und einer geringeren Stressresistenz einher. Der Körper bleibt länger im Alarmmodus – ein Zustand, der langfristig Gesundheit und Regeneration untergräbt.

Dabei geht es nicht um möglichst viele Kontakte, sondern um qualitative Nähe. Ein oder zwei verlässliche Beziehungen, in denen Austausch, Vertrauen und echte Verbindung stattfinden, sind biologisch wirksamer als ein großes, oberflächliches Netzwerk. Regelmäßiger Kontakt, gemeinsame Rituale oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein, machen einen messbaren Unterschied.

Soziale Beziehungen sind damit kein „Soft Skill“, sondern ein Longevity-Faktor. Wer Nähe pflegt, investiert nicht nur in Lebensqualität, sondern auch in langfristige körperliche Gesundheit. Gerade in einer Zeit, in der vieles digital und beschleunigt ist, wird echte Verbindung zu einem der wirkungsvollsten – und gleichzeitig unterschätztesten – Gesundheitsfaktoren.

DO 4: Ziele setzen und Routinen schaffen

Gesundheit und Langlebigkeit entstehen selten durch einzelne Maßnahmen, sondern durch das, was du über lange Zeit regelmäßig tust. Genau hier kommen Ziele und Routinen ins Spiel. Studien zeigen, dass Menschen mit klaren Lebenszielen und einer empfundenen Sinnhaftigkeit nicht nur psychisch stabiler sind, sondern auch länger leben und seltener an chronischen Erkrankungen leiden.

Ziele geben Orientierung. Sie helfen dem Gehirn, Entscheidungen zu vereinfachen und Energie gezielt einzusetzen. Wer weiß, wofür er etwas tut, bleibt eher dran – sei es bei Bewegung, Schlaf oder Stressreduktion. Gleichzeitig wirken Ziele stabilisierend auf das emotionale System: Sie reduzieren das Gefühl von Kontrollverlust, das wiederum Stress verstärkt.

Routinen sind der praktische Teil davon. Sie nehmen dem Alltag Entscheidungslast ab. Statt täglich neu zu überlegen, ob du dich bewegst, ausreichend schläfst oder Pausen machst, wird gesundes Verhalten zur Gewohnheit. Auf biologischer Ebene bedeutet das weniger mentale Reibung, geringere Stressreaktionen und eine bessere langfristige Umsetzung gesundheitsfördernder Verhaltensweisen.

Wichtig ist dabei: Routinen müssen nicht perfekt sein. Kleine, realistische Abläufe sind wirksamer als ambitionierte Pläne, die nach wenigen Wochen wieder verschwinden. Schon einfache Routinen – ein fester Schlafrhythmus, ein täglicher Spaziergang, kurze Atempausen oder regelmäßige Mahlzeiten – schaffen Stabilität im Nervensystem.

Ziele und Routinen sind damit keine Disziplinfrage, sondern ein biologischer Schutzfaktor. Sie bringen Ordnung in ein komplexes Leben, senken Stress und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass gesunde Entscheidungen zur Selbstverständlichkeit werden – und genau das ist eine der zuverlässigsten Grundlagen für gesundes Altern.

DO 5: Dein Daily Business besser organisieren 

Viele unterschätzen, wie stark die tägliche Arbeitsorganisation die Gesundheit beeinflusst. Ständige Unterbrechungen durch WhatsApp, E-Mails, Anrufe und Co. halten das Gehirn im permanenten Reaktionsmodus. Aus biologischer Sicht bedeutet das: Das Stresssystem bleibt aktiv, der Körper kommt kaum in Phasen echter Konzentration oder Regeneration.

Studien zeigen, dass häufiges Multitasking und permanente Erreichbarkeit die kognitive Leistungsfähigkeit senken und gleichzeitig Stresshormone erhöhen. Das Gefühl, ständig „on“ zu sein, ist kein Zeichen von Produktivität – sondern ein Dauerstressor für das Nervensystem.

Ein wirksamer Gegenpol ist klare Struktur. Wer Kommunikation bündelt, Aufgaben in Blöcken erledigt (Batch Working) und feste Zeiten für E-Mails oder Nachrichten definiert, reduziert mentale Reizüberflutung deutlich. Das Gehirn kann sich dann wieder auf eine Sache konzentrieren, statt permanent zwischen Aufgaben zu springen.

Ein weiterer Schlüssel ist das bewusste Nein-Sagen. Jede Zusage ist auch eine Absage an Erholung, Fokus oder Schlaf. Klar priorisierte Aufgaben schützen nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Besonders hilfreich ist dabei ein klar geführter Kalender: Wenn der Kalender entscheidet, wann gearbeitet, kommuniziert und pausiert wird, sinkt der innere Entscheidungsdruck spürbar.

Kurz gesagt: Dein Kalender ist der Chef – nicht dein Posteingang. Eine gute Tagesstruktur senkt Stress, verbessert Fokus und schafft mentale Ruhe. Und genau diese Ruhe ist eine zentrale Voraussetzung für langfristige Gesundheit, Leistungsfähigkeit und gesundes Altern.

Longevity 2026 bedeutet nicht, alles zu messen, alles zu optimieren oder jedem Trend zu folgen. Es bedeutet, die Grundlagen ernst zu nehmen, dem Körper Zeit zur Anpassung zu geben und mit sich selbst klug umzugehen.

Stress reduzieren, Beziehungen pflegen, Struktur schaffen und Maß halten wirken oft stärker als jede Hightech-Lösung. Nicht weil sie besonders spektakulär sind – sondern weil sie nachhaltig funktionieren.

Energiegeladene Grüße,

Der Optimizer

Richard Staudner 

Wenn dich Themen wie Biohacking, Longevity, Gesundheit und Performance faszinieren, dann ist mein Podcast „Der Optimizer“ das Richtige für dich. Dort findest du regelmäßig neue Folgen mit fundiertem Wissen und praktischen Tipps für deinen Alltag.

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Literatur & Quellen 

Epel, E. S., & Lithgow, G. J. (2014). Stress biology and aging mechanisms: Toward understanding the deep connection between adaptation to stress and longevity. Journal of Gerontology: Biological Sciences, 69(S1), S10–S16. https://doi.org/10.1093/gerona/glu055

Holt-Lunstad, J., Smith, T. B., & Layton, J. B. (2010). Social relationships and mortality risk: A meta-analytic review. PLoS Medicine, 7(7), e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316

Loef, M., & Walach, H. (2012). The combined effects of healthy lifestyle behaviors on all-cause mortality: A systematic review and meta-analysis. Preventive Medicine, 55(3), 163–170. https://doi.org/10.1016/j.ypmed.2012.06.017

Manoogian, E. N. C., & Panda, S. (2017). Circadian rhythms, time-restricted feeding, and healthy aging. Ageing Research Reviews, 39, 59–67. c

Bjelakovic, G., Nikolova, D., Gluud, L. L., Simonetti, R. G., & Gluud, C. (2012). Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases. Cochrane Database of Systematic Reviews, (3), CD007176. https://doi.org/10.1002/14651858.CD007176.pub2

Zarse, K., Terao, T., Tian, J., Iwata, N., Ishii, N., & Ristow, M. (2011). Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans. European Journal of Nutrition, 50(5), 387–389. https://doi.org/10.1007/s00394-011-0171-x

Forlenza, O. V., De-Paula, V. J., & Diniz, B. S. (2014). Neuroprotective effects of lithium: Implications for the treatment of Alzheimer’s disease and related neurodegenerative disorders. ACS Chemical Neuroscience, 5(6), 443–450. https://doi.org/10.1021/cn5000309

Charlot, A., Hutt, F., Sabatier, E., Zoll, J., & Metzger, D. (2021). Importance of aligning food habits with the circadian clock for metabolic health. Nutrients, 13(5), 1405. https://doi.org/10.3390/nu13051405

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