pexels-maria-tyutina-814264

Tee – Ist er wirklich so gesund?

Richard Staudner
Richard Staudner

The Optimizer

Tee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit und hat eine langjährige Tradition. Der grüne Tee gilt oft als Inbegriff für Gesundheit, der schwarze Tee stellt für viele einen angenehmen Start in den Tag dar, Matcha ist zum Lifestyle Getränk geworden und spezielle Sorten wie Oolong verbinden wir mit fernöstlicher Kultur. Was hat es mit dem Tee auf sich und ist er wirklich so gesund wie behauptet wird?

Was ist Tee eigentlich?

Egal wie viele Sorten du kennst, Tee stammt allgemein immer von der gleichen Pflanze ab. Man erntet die jungen Triebspitzen von Camellia sinensis, der Teepflanze, und unterzieht diese dann einem mehr oder weniger aufwendigen Verarbeitungsprozess. Allgemein enthält Tee viele phenolische Verbindungen (auch Catechine, Gerbstoffe, oder Antioxidantien genannt). Weiters beinhalten viele Tees auch Koffein und dann noch einige Mineralstoffe und Spurenelemente. (Hänsel et al., 2010)

Abgesehen davon gibt es auch noch andere “Tees” wie zum Beispiel den Mate-Tee, ein südamerikanisches Getränk aus den Blättern einer Ilex-Art, oder auch Kräutertee. Faktisch sind diese aber keine Tees sondern Aufgüsse, welche viele interessante Wirkungen mit sich bringen können, aber nicht Thema dieses Artikels sind.

Unterschiedliche Teesorten

Wie schon erwähnt, gibt es viele unterschiedliche Teesorten, die sich in der Aufbereitung unterscheiden. Am wenigsten verarbeitet ist der weiße Tee und dieser hat damit auch den höchsten Gehalt an Antioxidantien, gefolgt vom grünen Tee und dem fermentierten Schwarzen Tee. (Hinojosa-Nogueira et al., 2021) 

Auch im Koffeingehalt unterscheiden sich die Teesorten, wenn auch nur gering. Zuerst zu den in unseren Breitengraden bekannten Sorten wie schwarzer Tee. Dieser hat die größte Menge an verfügbarem Koffein, gefolgt von grünem und weißem Tee und damit in etwa so viel wie eine Tasse Espresso. 

Besonders stechen dann aber andere Sorten hervor. Beim Matcha z.B. wird das feine Teepulver mit konsumiert und der Koffeingehalt liegt somit noch etwas höher. Weiters gibt es eine (bei uns weniger bekannten) Sorte namens Gyokuro. Dieser Tee wird im Schatten gezüchtet und kann sogar einen noch höheren Gehalt an Koffein vorzeigen. (Hinojosa-Nogueira et al., 2021; Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology- Japan, 2015)

Wirkung des Koffeins

Auch Tee enthält wie gesagt erhebliche Mengen an Koffein und das Molekül unterscheidet sich tatsächlich kaum von dem Molekül im Kaffee, eine Unterscheidung zwischen Teein und Koffein gibt es also eigentlich nicht. 

Tee enthält eigentlich mehr Koffein als Kaffee, aber dieser Unterschied gleicht sich wieder aus, weil weniger Trockensubstanz zur Zubereitung einer Tasse benötigt wird, beziehungsweise Kaffee enthält teilweise mehr frei verfügbaren Koffein als Tee. (Gramza-Michałowska, 2014) 

Dennoch beschreiben Menschen immer wieder unterschiedliche Wirkungen bei Tee und Kaffee. Das könnte aber an den anderen Inhaltsstoffen und an der Zubereitungsart liegen: 

Im Tee sind neben Koffein ja auch noch die Catechine enthalten und diese bilden ganz gerne Komplexe mit dem Koffein und Kalzium in unserem Leitungswasser oder aus der Milch. Vielleicht hast du schon mal einen Film oder ein Häutchen auf der Oberfläche von deinem Tee gesehen. Dieser “Tea Cream” entsteht, wenn der Tee abkühlt und zeigt genau die gebildeten Komplexe. Bevorzugt passiert das auch in saurer Umgebung, wie sie auch in unserem Magen herrscht. (Colon and Nerin, 2014; Couzinet-Mossion et al., 2010; Xu et al., 2015)

Man hat bei Versuchen mit Mäusen festgestellt, dass die Komplexbildung (vor allem bei fermentiertem, schwarzem Tee) die Aufnahme und Wirkung von Koffein hemmt (Huang et al., 2014). Diese Komplexbildungen sind teilweise auch wieder umkehrbar. Wenn der Tee kurz zieht, löst sich größtenteils nur Koffein aus den Blättern. Wenn man ihn aber länger ziehen lässt, lösen sich auch die Catechine und bilden die Komplexe mit dem Koffein. Für eine wachmachende Wirkung sollte man den Tee also kürzer ziehen lassen, für eine entspannende, vor allem gesundheitlich positive Wirkung, kann man die Blätter länger im Wasser lassen. 

Aus all dem kann man jetzt die Vermutungen anstellen, dass das Koffein im Tee gebunden ist und nur langsam freigesetzt wird, die Wirkung also nicht sofort einsetzt und auch noch länger andauert. 

Zu der Wirkung von Koffein habe ich übrigens im Kaffee-Artikel schon einiges berichtet, dort kannst du also mehr dazu nachlesen.

Immer wieder hört man, dass man grünen Tee nicht zu heiß aufgießen soll. Das hat aber nichts mit der gesundheitlichen Wirkung zu tun, sondern mit dem Geschmack. Die Gerbstoffe/ Catechine schmecken nämlich bitter und wenn man diesen Geschmack nicht so stark im Tee haben möchte, kann man ihn weniger heiß aufgießen. Dann muss man aber auch in Kauf nehmen, dass eben weniger von den gesundheitlich positiven Stoffen in den Tee gelangen. Und was diese so alles können wollen wir uns jetzt anschauen.

Gesundheitliche Wirkung von Tee: 

Genauso wie beim Kaffee, haben ich mich hier auf Übersichtsarbeiten konzentriert, welche die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenfassen. 

Tee ist allgemein gut für die metabolische Gesundheit, sieht man in diesen Studien. 

Grüner Tee wirkt vermutlich positiv bei Diabetes, indem er den Blutzucker senkt. Allgemein erkranken regelmäßige TeetrinkerInnen auch seltener an Diabetes.(Kondo et al., 2018; Liu et al., 2020) Grünteekapseln haben hier die selbe Wirkung wie das Teegetränk selbst, aber können außerdem beim Abnehmen unterstützen. Laut der Studie jedoch vorrangig bei Menschen mit Übergewicht. (Lin et al., 2020)

Auch der Blutdruck (systolisch und diastolisch) wird vermutlich von Tee gesenkt, bei grünem Tee zwar stärker aber auch bei schwarzem Tee ist ein Effekt deutlich. (Liu et al., 2020; Mahdavi-Roshan et al., 2020)

Während der Kaffee, wie wir gelernt haben, negativ auf die Blutfettwerte wirkt, hat Tee hier einen gesundheitlich vorteilhaften Effekt: Grünteesupplemente und auch grüner Tee an sich können LDL-Cholesterin und das Gesamtcholesterin senken. (Liu et al., 2020; Xu et al., 2020)

Das Krebsrisiko allgemein ist bei regelmäßigem Grünteekonsum um bis zu 17% verringert. Das gilt auch für die meisten spezifischen Krebsarten, außer bei Speiseröhren-, Prostata-, Harnwegskrebs und Leukämie, wo sich die Studien uneinig sind. Bei der Krebssterblichkeit konnte man aber keinen statistischen Zusammenhang finden. (Filippini et al., 2020; Yu et al., 2019) 

Das Immunsystem kann vermutlich auch durch grünen Tee gestärkt werden. Vor allem beim Schutz vor grippalen Infekten hilft das Einnehmen von Kapseln sowie Gurgeln und Trinken von grünem Tee vorbeugend. (Rawangkan et al., 2021)

Ähnlich wie Kaffee schützt auch grüner Tee vor kognitiver Dysfunktion. Scheint aber in dieser Hinsicht dem Kaffee überlegen zu sein, da keine U-förmige Kurve besteht. Stattdessen nimmt die Wirkung mit zusätzlichen Tassen Tee täglich fortlaufend zu! (Ran et al., 2021)

Tee schützt auch vor Knochenbrüchen. Die Catechine im Tee aktivieren den Knochenaufbau und hemmen den Knochenabbau. Außerdem kommen einige Elemente im Tee vor, die den Knochenaufbau beeinflussen, wie zum Beispiel, Fluor, Phosphor, Kalzium. (Xiang et al., 2019)

Kaffee und Tee, die idealen Begleiter zu einem Meeting

Hast du gewusst, dass warme Getränke nicht nur ein allgemein angenehmes Gefühl geben. Sie heben die Stimmung und tragen durch die Ausschüttung von Oxytocin kurzfristig zu deiner Zufriedenheit bei. Oxytocin, umgangssprachlich auch das Partnerschafts- oder Kuschelhormon genannt. Das sagt doch schon alles. Dein Wohlbefinden steigt einfach. 

Deshalb sehe ich Tee und andere warme Getränke als idealen Begleiter bei Meetings. Insbesondere wenn es um heikle Themen geht. Um das Eis zu brechen, kannst du bei deiner nächsten Besprechungen angenehm temperierten Tee servieren. 

Fazit

Allgemein scheint Tee vor allem positive Einflüsse auf die Gesundheit zu haben. Nicht nur grüner Tee sondern auch Tee allgemein oder sogar schwarzer Tee haben positive Effekte. Es schadet also nicht, sich mal durch die gesamte Produktpalette durchzukosten und einen persönlichen Favoriten auszumachen! Wie auch schon im Artikel zum Kaffee und Koffein besprochen ist eine zu hohe Koffeinaufnahme nicht gesund und diese Effekte würden sich natürlich auch bei exzessivem Teekonsum zeigen. 

Tee kann übrigens mit einigen Medikamenten reagieren und wie schon erwähnt auch Kalzium binden. Wenn du also Medikamente, wie etwa Neuroleptika einnimmst, oder an sich eher wenig Kalzium zu dir nimmst, dann trinke Tee nicht gleichzeitig mit der Einnahme dieser Wirkstoffe. (Hänsel et al., 2010) Und as always: Es gibt keine Abkürzungen, es gibt keine Wundermittel. Das wichtigste ist ein gesunder Lebensstil:  auf dem kannst du aufbauen und gewisse Nahrungsmittel, wie zum Beispiel der grüne Tee können dich dabei unterstützen!

Ich hoffe dieser Artikel war hilfreich für dich. Sende ihn doch bitte an deine FreundInnen weiter oder poste ihn auf Instagram. 

Du findest den Artikel auch als Podcast auf allen Podcast-Plattformen und YouTube auf meinem Kanal “Rich Headroom”. 

Dein Performance Optimizer & Biohacker
Richard Staudner

PS: Mehr Performance gibt es mit dem Basis-Supplement “100% Performance” von Btonic! Da hast du alles drinnen, was dein Körper für optimale Leistung braucht, selbst Omega 3 Algenöl. Mit dem Code “richard20” bekommst du 20% auf deinen Einkauf auf www.btonic-performance.at 

Auf dieser Website findest du auch andere hilfreiche Nahrungsergänzungsmittel für kognitive Leistungssteigerung, aber ohne Koffein. 

Quellen: 

Colon, M., Nerin, C., 2014. Molecular Interactions between Caffeine and Catechins in Green Tea. J. Agric. Food Chem. 62, 6777–6783. https://doi.org/10.1021/jf5011287

Couzinet-Mossion, A., Balayssac, S., Gilard, V., Malet-Martino, M., Potin-Gautier, M., Behra, P., 2010. Interaction mechanisms between caffeine and polyphenols in infusions of Camellia sinensis leaves. Food Chemistry 119, 173–181. https://doi.org/10.1016/j.foodchem.2009.06.020

Filippini, T., Malavolti, M., Borrelli, F., Izzo, A.A., Fairweather-Tait, S.J., Horneber, M., Vinceti, M., 2020. Green tea (Camellia sinensis) for the prevention of cancer. Cochrane Database Syst Rev 3, CD005004. https://doi.org/10.1002/14651858.CD005004.pub3

Gramza-Michałowska, A., 2014. Caffeine in tea Camellia sinensis — Content, absorption, benefits and risks of consumption. J Nutr Health Aging 18, 143–149. https://doi.org/10.1007/s12603-013-0404-1

Hänsel, R., Sticher, O., Steinegger, E. (Eds.), 2010. Pharmakognosie – Phytopharmazie: mit 182 Tabellen, 9., überarb. und aktualisierte Aufl. ed, Springer-Lehrbuch. Springer Medizin, Heidelberg.

Hinojosa-Nogueira, D., Pérez-Burillo, S., Pastoriza de la Cueva, S., Rufián-Henares, J.Á., 2021. Green and white teas as health-promoting foods. Food Funct. 12, 3799–3819. https://doi.org/10.1039/D1FO00261A

Huang, Ye-wei, Xu, H., Wang, S., Zhao, Y., Huang, Yu-min, Li, R., Wang, X., Hao, S., Sheng, J., 2014. Absorption of caffeine in fermented Pu-er tea is inhibited in mice. Food Funct. 5, 1520–1528. https://doi.org/10.1039/C4FO00051J

Kondo, Y., Goto, A., Noma, H., Iso, H., Hayashi, K., Noda, M., 2018. Effects of Coffee and Tea Consumption on Glucose Metabolism: A Systematic Review and Network Meta-Analysis. Nutrients 11, E48. https://doi.org/10.3390/nu11010048

Lin, Y., Shi, D., Su, B., Wei, J., Găman, M.-A., Sedanur Macit, M., Borges do Nascimento, I.J., Guimaraes, N.S., 2020. The effect of green tea supplementation on obesity: A systematic review and dose–response meta-analysis of randomized controlled trials. Phytotherapy Research 34, 2459–2470. https://doi.org/10.1002/ptr.6697

Liu, W., Wan, C., Huang, Y., Li, M., 2020. Effects of tea consumption on metabolic syndrome: A systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Phytotherapy Research 34, 2857–2866. https://doi.org/10.1002/ptr.6731

Mahdavi-Roshan, M., Salari, A., Ghorbani, Z., Ashouri, A., 2020. The effects of regular consumption of green or black tea beverage on blood pressure in those with elevated blood pressure or hypertension: A systematic review and meta-analysis. Complementary Therapies in Medicine 51, 102430. https://doi.org/10.1016/j.ctim.2020.102430

Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology- Japan (Ed.), 2015. Standard Tables of Food Composition in JapanMEXT : STANDARD TABLES OF FOOD COMPOSITION IN JAPAN – 2015 – (Seventh Revised Version).

Ran, L.S., Liu, W.H., Fang, Y.Y., Xu, S.B., Li, J., Luo, X., Pan, D.J., Wang, M.H., Wang, W., 2021. Alcohol, coffee and tea intake and the risk of cognitive deficits: a dose-response meta-analysis. Epidemiol Psychiatr Sci 30, e13. https://doi.org/10.1017/S2045796020001183

Rawangkan, A., Kengkla, K., Kanchanasurakit, S., Duangjai, A., Saokaew, S., 2021. Anti-Influenza with Green Tea Catechins: A Systematic Review and Meta-Analysis. Molecules 26, 4014. https://doi.org/10.3390/molecules26134014

Xiang, W., Gu, K., Wang, W., Jiang, X., 2019. Tea consumption and risk of fractures: an updated meta-analysis. Osteoporos Int 30, 1941–1951. https://doi.org/10.1007/s00198-019-05095-3

Xu, R., Yang, K., Li, S., Dai, M., Chen, G., 2020. Effect of green tea consumption on blood lipids: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr J 19, 48. https://doi.org/10.1186/s12937-020-00557-5

Xu, Y.-Q., Hu, X.-F., Tang, P., Jiang, Y.-W., Yuan, H.-B., Du, Q.-Z., Yin, J.-F., 2015. The major factors influencing the formation of sediments in reconstituted green tea infusion. Food Chemistry 172, 831–835. https://doi.org/10.1016/j.foodchem.2014.09.143

Yu, S., Zhu, L., Wang, K., Yan, Y., He, J., Ren, Y., 2019. Green tea consumption and risk of breast cancer: A systematic review and updated meta-analysis of case-control studies. Medicine (Baltimore) 98, e16147. https://doi.org/10.1097/MD.0000000000016147

Teilen:

Facebook
Twitter
Pinterest
LinkedIn
Richard Staudner

Weitere Beiträge

de_DE